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Tag der offenen Tür am AIP 2016

September 26th, 2016

Anlässlich des 170. Jahrestages der Entdeckung des Planeten Neptun an der Berliner Sternwarte, einem der Vorgängerinstitute des AIP, fand am 23.09.2016 ein Tag der offenen Tür statt.

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Die Anreise nach Berlin gestaltete sich an dem Freitag etwas mühselig, aber wir hatten dennoch unser Ziel, das Astrophysikalisch Institut Potsdam, mit einer nur leichten Verspätung erreicht. Die Eröffnungsrede hatten wir leider verpasst.
Am Einlass, dem Haupteingang des AIP Geländes, wurden wir sehr freundlich empfangen und gleich mit Rat und tollen Informationsmaterial in die richtige Richtung gelenkt.

Der Duft von Roster ließ unsere Mägen aufschreien, aber das Angebot an Vorträgen und die Neugier auf die Veranstaltung ließ uns erstmal zum Vortragsraum laufen. Während einer von uns gleich im Vortragsraum verschwand, blieb meine Wenigkeit an einem sehr interessanten Stand eines AIP Mitarbeiters hängen. Bereits im Augenwinkel vernahm ich bunte Lichtpunkte auf einem kleinen Projektionsschirm, während ich mich noch orientierte. Das konnte nur Spektroskopie bedeuten!

Also bin ich doch gleich mal hin und habe den netten Mitarbeiter in ein Gespräch verwickeln wollen. Dieser entschuldigte sich für seine wenigen Deutschkenntnisse und erklärte mir auch gleich in seinem spanischen Englisch, was denn hier zu sehen sei. Also doch ein Vortrag, statt einem Gespräch, was aber sehr aufschlussreich war. Auch wenn mit dem Spektroskop was man da sah eher in Richtung Medizin geforscht wurde, bekam ich dennoch die Gelegenheit zum Thema Sternspektroskopie den Anwesenden Löcher in den Bauch zu fragen. Begonnen bei einem Materialwissenschaftler über Fertigungsprozesse hin zur Fiber Optic Anbindung meines Spektrographen kam ich innerhalb der ersten halben Stunde voll auf meine Kosten.
Letztlich ergab sich ein nachhaltiger Kontakt mit einem Mitarbeiter des Instituts.

So nun musste ich erstmal an die frische Luft und den Tsunami an Informationen verdauen. Da kam mir ein Happen zu Essen in Gesellschaft ganz recht.
Der DJ auf dem Gelände hatte einen merkwürdigen Geschmack, aber eins muss man sagen, es war keine 0815 Musik aus Radio und Co, insofern zeigte er Klasse. Während der Beschallung ließe wir uns es munden und die Blicke streiften einerseits über das Gelände und andererseits über den Programmplan.

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Der Besuch der Sternwarte mit dem Riesenrefraktor hatte oberste Priorität, die Führung durch die Bibliothek musste natürlich auch sein. Doch zwischendurch nahmen wir die Chance war, die von Großrechnern simulierte Struktur des Universums in 3D anzuschauen. Auf dem Weg in das kleine Kino, was eher ein Beamer und eine Leinwand war, stolperten wir über ein Hologrammstand. Ein Hologramm zum mitnehmen, das klang viel versprechend. Man könnte meinen, dass ist eine teure Angelegenheit. Doch tatsächlich ist recht trivial und eine wirklich tolle Idee, gerade für Kinder.
Wie das alles funktioniert findet Ihr unter folgenden Link.

https://escience.aip.de/vis/hologalaxy/

hologrammaipQuelle: AIP – https://escience.aip.de/vis/hologalaxy/

Nun hatten wir den Bauplan für ein Hologramm in der Tasche und nahmen vor dem „Kino“ platz, in dem wir nach wenigen Minuten in die 3D Struktur des Universums „eintauchen“ konnten. Ein wirklich netter Vortrag und eine klasse Darstellung!

Nach kurzer Fachsimpelei nahmen wir Kurs auf dem Riesenrefraktor. Aber halt, da gab es ja noch den Raum, wo das Large Binocular Telescope ferngesteuert wird. Das konnten wir uns nicht entgehen lassen. Was man da so zu sehen bekam, hätte wirklich jeden Hobbyastronom zum Weinen gebracht.

Es war dann auch an der Zeit weiter zum Riesenrefraktor zu ziehen.
Uns erwartete in der 21 Meter messenden Kuppel ein atemberaubendes Erlebnis.

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Sage und schreibe 12,5 Meter Refraktorrohr bäumten sich über uns auf, während wir ganz entspannt auf dem Beobachtersessel saßen.

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Die Plattform auf der die Besucher standen, die 200 Tonnen auf die Waage bringt, konnte wie ein Lift auf und ab bewegt werden. Die Steuerung dazu war sehr beeindruckend.

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Schlussendlich kann ich jeden empfehlen, das AIP einmal zu besichtigen.

 

Astronomiewettbewerb Traumsonde

September 19th, 2016

Der Astronomiewettbewerb der Zeitschrift „sternzeit“

Im Herbst 2015 wurde von der Zeitschrift „sternzeit“ der astronomischen Vereinigung ein Wettbewerb unter dem Namen „Projekt (T)Raumsonde“ ausgeschrieben.
Dieser richtete sich an Einzelpersonen, Vereine, Schulen, AG’s etc. die sich der Astronomie bzw. Raumfahrt verbunden fühlen. Inhalt war es eine Raumfahrtmission bzw. eine Sonde zu entwerfen, bei der einerseits der Kreativität keine Grenzen gesetzt sein sollten, aber auch wissenschaftlich nicht all zu viel Fiction aus der Science-Fiction beinhaltet sein sollte. Kurz um sollte eine (T)Raumsonde entstehen, die in naher Zukunft realisiert werden könne.

Im Rahmen dieses Wettberwerbs nahm die Astronomie AG der Klasse 7/8 des G.-E.-Lessing-Gymnasium in Hohenstein-Ernstthal teil und entwarf ihre „Traumsonde“.

2016-1-astronomiewettbewerb-350x0Quelle: http://www.sternzeit-online.de

Unsere (T)Raumsonde sollten folgende Ziele verfolgen:

  • Erforschung dunkler Materie

  • Erforschung Zwergplaneten wie Pluto oder das Jupitersystem
  • Erforschung des Mondes mit Schwerpunkt Rohstoffanalyse auf Mondoberfläche mit Hinblick zukünftiger Erbauung von Mondbasen

Ein sehr umfangreiches Unternehmen, doch wir als Astronomie-AG haben uns eine Mission ausgedacht, die genau die Ziele umsetzen könnte.
Dabei mussten wir uns mit der Technik des Antriebs, der Landung und der Navigation auseinandersetzen. Ganz wichtig war auch das Startzeitfenster der Sonde. Vieles haben wir von Missionen wie „Voyager I und II“, „New Horizon“ oder Rosetta gelernt und dank verschiedener Software konnten wir auch eine Flugbahn recht gut erörtern.

Nach dem Einreichen unserer Arbeiten bei dem Verlag hatten wir lange Zeit nichts gehört. Um so spannender war die Zeit bis dann endlich das Ergebnis bekannt gegeben wurde. Wir als AG belegten von den bundesweit 30 Teilnehmern immerhin den 11. Platz und unter den Teilnehmern bis 16 Jahren den 8.Platz.

Natürlich gab es nicht den Hauptgewinn, aber keiner der Teilnehmer war ein Verlierer. Im Grunde haben wir viel Interesseantes aus der Raumfahrt entdeckt und kennen gelernt. Jeder AG Teilnehmer nahm als Erinnerung ein Quartet über Kometen mit.

Klasse!

Viele Grüße, die Teilnehmer
Max, Paul und Felix
und unserer AG Leiter Ingo Küttner

Buchvorstellung/Rezension Space – Eine Entdeckungsgeschichte des Weltalls

September 16th, 2016

„Space – Eine Entdeckungsgeschichte des Weltalls“

ist 2016 im mairisch Verlag erschienen. Übersetzt aus dem Englischen durch Daniel Beskos.
Die Originalausgabe unter dem Titel „The Secret Life of Space“ erschien 2015, verfasst durch die Autoren Heather Couper und Nigel Henbest.
Die Autoren sind Astronomen und Wissenschaftsautoren die auch im britischen Fernsehen mit ihren BBC-Serien die Wissenschaft an die Öffentlichkeit bringen. Nach ihnen wurden auch zwei Asteroiden benannt, die sie entdeckt haben.

Space

Das Buch nimmt den Leser mit auf eine Reise durch die Geschichte der Astronomie und ihrer Entdecker und Entdeckungen. Angefangen in der Jungsteinzeit über die Antike bis hin in die moderne Zeit. Leicht verständlich, nüchtern und manchmal auch humorvoll lesen sich die Anekdoten, in denen Fakten gekonnt eingewebt wurden. Die Art der Darstellung von Fakten und Erzählung erinnert sehr an BBC Folgen aus der Astronomie, allerdings in einem Buch gelesen hinterlässt sie einen tiefgreifenderen Eindruck. Vielleicht ist es auch dem Umstand geschuldet, dass man in einem Buch die Visualisierung zu Wort bringen muss.

Rezension

1. Kapitel
Das Geheimnis von Stonehenge – Ob es jungsteinzeitliches Observatorium oder doch nur ein Sonnentempel war, dem gehen die Autoren mit recht viel offen gelegten Fakten nach. Es wird deutlich, wie sehr Stonehenge jede Generation seit hunderten von Jahren beschäftigt. Es wird auch sehr fundiert dargestellt, warum dies zur Kultstätte gemacht wurde und die Menschen schier unvorstellbare Leistungen erbrachten um es zu erbauen und über 1000 Jahre hin zu nutzen und für sich zu ändern.
Letztlich muss man sich eingestehen, dass das Geheimnis von Stonehenge bezogen auf die Entstehung eigentlich gar keins mehr ist und es starken Veränderungen im Wandel der Zeit unterlag. Was im Grunde zur Ansicht führt, dass Stonehenge für jede Kultur etwas eigenes war und es so gar nicht einem bestimmten Zweck zu geordnet werden kann.

2. Kapitel
Mechanismus von Antikythera – Gleich zu Beginn des Kapitels wird der Mechanismus als quasi Beifang bei einer Bergung antiker Schätze dargestellt. Das zurecht wie es der Autor kurz umreißt und man auch leicht recherchieren kann. Das Problem der mathematischen Erfassung der Bewegungen am gestirnten Himmel aber auch die technische Darstellung in Form von beweglich Sphären wird mit viel Fakten in ruhiger Schreibweise aufgezeigt. Am Ende gewinnt der Leser vielleicht wie ich den Eindruck, dass die antike Kultur weitaus fortschrittlicher war, als es uns heute bewusst ist.

3. Kapitel
Die Kalender der Geschichte – Sehr ausführlich und gut recherchierte Darstellung der Herkunft unseres heutigen Kalenders. Auch die Querverweise zu eher weniger bekannten Personen aus der Geschichte wie Milankovic und Chayyam. Vor allem der dezente Hinweis am Rande, das der Kalender des Islam deutlich genauer und auch noch älter ist, las sich wie eine kleine Kritik zum christlichen Kalenders.

4.Kapitel
Die Erde bewegt sich – die Kalender hinter uns gelassen widmet sich dieses Kapitel den Revolutionen in der Astronomie bzw. in der Wissenschaft ab den 15.Jahrhundert.
Angefangen von Kopernikus, Brahe über Kepler hinzu Newton werden deren wirken und Lebenswerk dargestellt. Kausal richtig und nicht all zu tiefgreifend wird der Leser durch Teile deren Biografie mitgenommen. Selbst die Legende des herabfallenden Apfels und Newton wird ins rechte Licht gerückt.

5.Kapitel
Vom holländischen Fernrohr zum Hubble Weltraumteleskop – Der Anfang des astronomisch verwendeten Teleskops steht bei vielen nur mit Galileo Galilei im Zusammenhang. Dabei ist die Geschichte des Teleskops, ursprünglich gar nicht für die Himmelsbeobachtung erfunden, eine weit aus interessantere. Die Autoren verstehen es dem Leser auf wenigen Seiten von der venezianischen Glasbläserkunst bis hin zum Bau der ersten Teleskope einen detaillierten Überblick zu verschaffen. Um so mehr hat es mich gewundert, bei soviel Richtigstellung historischer Ereignisse, dass G.Galilei letztlich doch als die Person dargestellt wird, die angeblich die wissenschaftliche Tragweite der Entdeckung der Jupitermonde erkannte. Kein Verweis auf den deutschen Astronom Simon Marius, der „eigentlich“ zeitgleich seine Beobachtungen bestätigen konnte. Eigentlich heißt um einen Tag Differenz, wenn man der korrekten Kalenderumrechnung zwischen dem julianischen und gregorianischen Glauben schenken darf. Denn beide Astronomen lebten unter der Verwendung unterschiedlicher Kalender. Marius‘ Aufzeichnungen waren gegenüber denen von Galileis etwas dürftiger und das zusammen mit der Position die Galilei inne hatte, verschaffte es den italienischen Wissenschaftler viele Vorteile. Das machte eine Publikation seiner Beobachtungen sehr einfach und Marius gelangte ins Hintertreffen. Selbst ein Streit zwischen den Beiden, der aus historischen Schriften hervorging, wurde nie beigelegt. Das hätte meiner Ansicht nach mit in das Kapitel aufgenommen werden müssen.
Doch die Geschichte der Teleskope geht weiter. So werden auch die moderneren und größeren Teleskope, deren Entstehung bis ins 20. Jahrhundert hinein und die damit einher gegangenen Entdeckung wie die Cassiniteilung am Saturn oder die Whirlpool-Galaxie in angenehm lesbaren Anekdoten verpackt.

6.Kapitel
Planetensucher – treffender kann die Überschrift dieses Kapitels nicht sein. Mit dem Hause Herschel wird sich angenehm viel auseinander gesetzt. Die Entdeckung des Uranus und die Vorhersage dessen durch den ersten Königlichen Astronom, John Flamsteed, füllen den ersten Teil des Kapitels aus. Erfreulicher Weise wird auch Caroline, die Schwester von William Herschel mit ihren Errungenschaften erwähnt.
Der zweiter Teil des Kapitels liest sich etwas schwieriger, was aber den auftretenden Persönlichkeit und deren verstricken Wirken in der Geschichte zur Last fällt. Letztlich ist es eine Art Odyssee durch Personen und Ereignisse die den Leser die Entdeckung des Planeten Neptun schildert.

7.Kapitel
Der Planet der nie einer war – Selbst den astronomischen Laien wird bei dieser Überschrift nur ein Planet in den Kopf kommen. Richtig es ist Pluto. Anfang des 20. Jahrhunderts in der Fachwelt als Planet X bezeichnet, ermutigte er immer wieder die Astronomen ihn ausfindig zumachen. Ironischer Weise basierte die Motivation auch noch auf nicht ganz korrekten Berechnung bzgl. Neptuns. Dieses Kapitel nimmt den Leser auf eine wirklich spannende Entdeckungsreise eines weiteren Planeten in unseren Sonnensystem mit. Anfänglich mit Teleskopen und dem genialen Blinkkomparator bewerkstelligte Beobachtungen bis hin zur Weltraummission New Horizon. Es zeigt auch, dass manchmal erst Irrtümer und Umwege in der Wissenschaft zum eigentlichen Ziel führen. Eine wirklich spannende und fesselnde Geschichte.

8.Kapitel
Flammendes Inferno – Bisher wurden die geistigen Blicke des Lesers auf unsere Nachbarplaneten und die tiefen des Weltraums gelenkt. Mit Beginn dieses Kapitels ändert sich das und der Biologe des 19.Jahrhunderts Charles Darvin forderte die Astronomen zu einem wissenschaftlichen Duell heraus. Die Frage nach dem Alter der Erde führte zwangsläufig auch zur Frage nach dem Alter der Sonne. Genau dies ist auch der Kern des Kapitels. Durchwachsen von spannenden Anekdoten über die ersten Beobachtungen von Sonnenflecken im alten China bis hin zu Postulaten von Einstein und Eddington nehmen die Autoren den Leser auch auf eine fesselnde Reise zu einer Sonnenfinsternis mit. Eingebettet in diese Kurzgeschichten erfährt der Leser über leicht verständlich geschriebene Erläuterungen, was beispielsweise die Chromosphäre, Korona oder eine koronaler Massenauswurf sind.
Im weiten Verlauf wird die Sonne nicht mehr als interessantes Beobachtungsobjekt dargestellt sondern eben auch als Quelle der Zerstörung. In die Geschichte eingegangene Eruptionen auf der Sonne wie das Carrington-Ereignis zeigen die Verwundbarkeit einer Zivilisation bzw. Gesellschaft. Mit der heute existierenden hochtechnologischen Stromversorgung wiegt man sich in Sicherheit, was aber u. U. Das Gegenteil sein könnte. Die Darstellung das Kernkraftwerke bei Stromausfall ganz sicher einer Kernschmelze unterliegen ist jedoch sehr oberflächlich. Es gibt Sicherheitsvorkehrungen, die so etwas verhindern können. Wie zuverlässig und unter welchen Bedingungen das noch funktioniert, würde hier den Rahmen sprengen. Daher sollte der Leser bitte selbst recherchieren.

9.Kapitel
Die Schmelztiegel des Universums – Wer bei dieser Überschrift auf Sterne tippt liegt richtig. Sterne waren aber eine Zeit lang nur unendlich entfernte Lichtpunkt für die Menschen. Bis Personen wie Fraunhofer, Bunzen oder Kirchhoff die Welt der Wissenschaft betraten. Sie wandelten die Lichtpunkte in Sonnen verschiedenster Typen. Das Kapitel bietet dem Leser eine Kurzreise von der Entdeckung der Natur der Sterne bis hin zum heutigen Wissen über ihre Entstehung und ihrem Lebenswandel. Auch wenn das unscheinbare Wort Hauptreihenstern einige fachfremde Leser rätseln lässt, wird doch ohne Erklärung des Herzsprung-Russell-Diagramms, aus dem der Begriff stammt, der Lebenszyklus von Sternen sehr verständlich und anschaulich nahe gebracht.

10.Kapitel
Sternen-Dämmerung – Von den Sternen zu den Exoten des Universums. Das Kapitel erzählt die Entdeckung von Supernovae und wie der neue Sterntyp Pulsar die Fachliteratur der Astronomie bereicherte. Um zu verstehen was ein Pulsar ist, wird in dem bisher gelebten Stil der Autoren recht bildhaft das Ableben eines Riesensterns zu einer Supernova und deren Überreste erklärt. Ebenso die Aufzählung diverser einschlägiger Entdeckungen sind sehr lesenswert. Am Ende kann der Leser mit den Begriffen Neutronenstern und Magnetar ebenso gut umgehen. Was sich allerdings etwas verwirrend dem Leser darstellen könnte ist die Aussage, dass in einem Stern der zur Supernova „mutiert“ die Atome bis zu Eisen verschmelzen und es dann nicht weiter geht. An sich ist die Aussage richtig. Absätze weiter wird jedoch von schweren Elementen mit höhere Ordnungszahl als Eisen gesprochen die aus solchen Sternableben resultieren und Grundlage für neue Sterne und Planetensysteme sind. Hier fehlt die Erklärung wo denn nun beispielsweise Gold herkommt, wenn bei Eisen in Sternen die Kernfusion ihr Ende hat.

11.Kapitel
Schwarze Löcher – Begonnen bei der ersten Vorhersage der schwarzen Löcher um 1800 bis zu den Entdeckungen der heutigen Wissenschaft bekommen schwarze Löcher zunehmend ein Gesicht und verlieren dabei ihre Seltenheit und werden um ein vielfaches an Größe übertroffen, als was man sich noch vor 50 Jahren vorstellen konnte. Entdeckungsanekdoten gestalten das Kapitel sehr spannend, vor allem wenn Personen wie Kip Thorne „die Bühne betreten“. Was aber sehr verwunderlich ist, dass Personen wie Stephen Hawking und ihre Theorien nicht mit ins Spiel gebracht werden. Denn hier gibt es jede Menge an Wissen was so ein Kapitel sachlich abgerundet hätte.

12.Kapitel
Am Anfang – Die Schöpfung, der Anfang des Universums sind der Inhalt des Kapitels, das ganz banal mit dem Dopplereffekt beginnend den Leser an weitaus komplexere Dinge heran führt. Vom Dopplereffekt und dessen Entdecker geht es zu Edwin Hubble und seinen Entdeckungen, den wir ja schon kennen gelernt hatten. Sehr anschaulich geschrieben ist die Herkunft der Big-Bang-Theorie, die ironischer Weise durch einen geistlichen namens Georges Lemaîtres erstmals veräußert wurde. Dem entgegen steht die Steady-State-Theorie, deren Inhalt und Vater beleuchtet werden. Doch Theorien warten auf Beobachtungen die solche bestätigen. Die Entdeckung bzw. Beobachtung der kosmischen Hintergrundstrahlung und damit die Bestätigung der Big-Bang-Theorie ist, wie nicht anders zu erwarten, in eine spannende Kurzgeschichte verpackt. Im Verlauf den Kapitels wird deutlich, dass man zunehmend Beweise für die Big-Bang-Theorie findet. So kommt der Leser auch gleich zu Begriffen wie Quantenschaum, kosmischen Inflation und dem Dunklen Zeitalter des Universums, das für die Wissenschaft heute immer noch einen ungeklärten Zustand darstellt.
Das man solche Begriffe und Abläufe nicht auf vier Seiten detailreich schildern kann ist selbsterklärend. Aber den Autoren gelingt es dennoch die Begriffe so darzustellen, das der Leser im Ansatz versteht, wie das Universum sich entwickelte und warum es heute so aussieht und nicht anders.
Zugleich wird dem Leser aber auch vermittelt, welche immense Tiefe dieses Thema aufweist. Passend ließt sich das Ende des Kapitels, in dem die Autoren uns Menschen im Grunde an den Anfang allen Verstehens stellen und noch weit in die Zukunft blicken lassen.

13.Kapitel
Die Dunkel Seite – … der Macht es ist nicht wirklich die einige aus Star Wars kennen mögen. Vielmehr geh es um die Dunkle Materie und Energie.
Begriffe die eben nicht aus der heutigen Wissenschaft stammen, wie man vielleicht meinen mag. Das Kapitel nimmt den Leser wieder mit auf eine historische Aufklärungsreise. So wird doch gleich eine Person namens Fritz Zwicky in den Mittelpunkt gestellt, der das erste Objekt in den Weltraum beförderte und es nicht der Sputnik! Er war auch der Schöpfer des Begriffs Dunkle Materie. Jedoch liegt das einige Jahrzehnte zurück und damals schenkte man ihm keine große Aufmerksamkeit, zu unrecht. Neben Zwicky taucht auch eine Wissenschaftlerin namens Rubin auf. Ein kurzer Einblick in ihr Leben und Wirken im Zusammenhang mit dem des Helden Zwicky stellt recht klar und einfach die Entwicklung der Wissenschaft bzgl. der Dunkle Materie dar.

14.Kapitel
Kometengeschichten – Wer kennt ihn nicht den Komet Halley, ein Komet der nur wenigen Menschen zweimal im Leben am Himmel erscheint. Begonnen bei Edmund Halley im 17. Jahrhundert über Hale und Bopp der 1990er Jahre nimmt das Kapitel seinen Höhepunkt in der Kometenmission Rosetta 2015. Jeder Komet hat eine eigene und sehr interessante Geschichte seiner Entdeckung bzw. Namensgebung aufzuweisen. Der Komet Halley war einer von 22 Kometen, deren Bahnen durch Edmund Halley berechnet werden sollten, der wie es sich heraus stellte zyklisch war. Hale-Bopp hingegen wurde von einem Astronom und von einem Schichtleiter einer Baustofffirma entdeckt.
Vor allem die Geschichte zu Halley lässt einen tiefen Einblick in das Leben des Entdeckers zu. Ebenso detailreich geschrieben wird über die Kometensonde Rosetta und ihrer Mission. Am Ende de Kapitels hat sich das Gesicht eines Kometen von einem kosmischen Vagabunden der Unheil und Tot bringt hin zu einem greifbaren, in einer gewissen Weise lebendigen Objekt unseres Sonnensystems gewandelt.

15.Kapitel
Einschlag – Mit einer sehr fesselnden Erzählung des Geschehens 2013 in Tscheljabinsk, als die Stadt von einen Asteroiden getroffen wurde, öffnet das Kapitel dem Leser die Tore zu der Welt der Asteroiden und Meteore. Weitere „Fallbeispiele“ verleihen dem Kapitel schon fast einen Charakter der Berichterstattung. Dennoch wird die Art und Weise den Leser zu unterhalten wie in den anderen Kapiteln beibehalten und so durchziehen auch historische Ereignisse das Kapitel. Im 18. Jahrhundert war man der Raum zwischen den Planeten für die Menschen noch leer, heute ist er das Gegenteil mit Millionen Bruchstücken angereichert, von denen nicht wenige schon Namen bekommen haben und genaue Bahndaten vorhanden sind.
Die Bedeutung der wissenschaftlichen Untersuchungen von Meteoriten aber auch Missionen zu den Asteroiden wird sehr sachlich und fundamental dargestellt. Das Kapitel hat es geschafft mich so zu inspirieren, dass ich mich am liebsten in diesen Bereich der Astronomie tiefer einarbeiten würde.

16.Kapitel
Gibt es Leben auf dem Mars? – Der Antwort auf diese Frage gehen eine wirklich absurde aber auch lustige Geschichte und eine Übersicht über nahezu alle Marsmission voraus.
Die absurde und zugleich lustige Geschichte handelt im Jahr 1938 als ein bekannter Schauspieler und Moderator es tatsächlich geschafft hat eine Radiosendung so zu manipulieren, dass viele Zuhörer in den Glauben verfielen, die Marsianer seien gelandet. Dem ging ein Meteoritenfall voraus, bei dem es sich in der Tat um Gestein von Mars handelte. Wirklich sehr mitreißend geschrieben. Doch das Kapitel fährt auch noch reale Ereignisse aus der Raumfahrt auf. So werden die beiden Viking und Mariner Missionen in Szene gesetzt. So bekommt der Leser einen guten Eindruck vermittelt wie, zielstrebig Missionen zum Mars geplant und durchgeführt werden um der einen Frage nach zu gehen. Letztlich finden sich Roboter in Form der Marsrover Spirit und Opportunity im Kapitel wieder. Jede dieser Mission hat ihre eigenen Experimente an Bord gehabt, die nach Spuren von Leben suchten und wie sie das taten beschreiben die beiden Autoren wirklich gut verständlich.
Das Kapitel gibt dennoch auf die Frage ob es Leben auf dem Mars gibt die Antwort preis. Das Ja bezieht sich jedoch auf die Zukunft, wenn Menschen den Fuß auf den roten Planet setzen.

17.Kapitel
Neue Welten – Von der Erforschung unseres Sonnensystems und unsere Nachbarplaneten wird der Leser in dies Kapitel auf ein recht junges Gebiet der Astronomie mitgenommen. Die Suche nach Sternen die Planeten besitzen, sogenannte Exoplaneten. Beginnend mit einer spannenden Geschichte über einen jungen Doktor der Astronomie der  die Frage nach Planeten um ferne  Sterne, die er sich als Kind schon stellte, zu einem Forschungsprojekt machte, nehmen die Autoren den Leser auf eine fast unglaubliche Reise zu Entdeckung neuer Welten mit. Immer bessere Teleskope und neue Methoden der Datenauswertung ermöglichen es der Wissenschaft nicht nur  Riesenplaneten wie die Hot Jupiters sondern auch die kleinen erdähnlichen Planeten zu finden. Es werden leicht verständlich die Methoden erklärt und an konkreten Funden erläutert. Auch wenn die Darstellung sehr sachlich abläuft, kamen die Autoren nicht um hin bei den Funden sich etwas weit aus den Fenster zu lehnen. Denn man kann zwar Nachweise erbringen, dass es auf den fernen Welten Wasser gibt, aber beispielsweise eine Aussage über 1000km tiefe Ozeane die den gesamten Planeten bedecken ist eine Wunschvorstellung und keine wissenschaftlich fundierte Aussage. Das hätte klar getrennt dem Leser serviert werden müssen. Dennoch machen gerade diese Übertreibungen das Kapitel so unwiderstehlich.

18.Kapitel
Sind wir allein? – Das ist die Frage die sich dem Leser nach dem voran gegangenen Kapiteln aufdrängt. In der Tat gibt es die Vorstellung von außerirdischen Leben schon seit der Antike. Selbst im 19.Jahrhundert unternahm der Mensch Versuche mit Außerirdischen Kontakt aufzunehmen. In welcher Form und Ausmaß die geschah wird recht kurz aufgeführt. Denn Ziel des Kapitels ist es sich mit dem Wissensstand nach Leben außerhalb der Erde in der Neuzeit zu befassen. So werden Beispiele von Leben unter extremsten Bedingungen auf der Erde dargestellt, die zwangsläufig zur Annahme führen innerhalb unseres Sonnensystems noch Leben ausfindig machen zu können. Die besten Kandidaten, der Jupitermond Europa beispielsweise, werden genannt und es wird kurz darauf eingegangen, wie dort das Leben aussehen könnte.
Letztlich kommen die Autoren über gewohnte Anekdoten zur Frage wie wir Signal von außerirdischen intelligenten Leben finden können und vor allem wie wir Signale setzen können. Hierzu wird von der wohl bekanntesten Sendung mit dem Radioteleskop in Aricoba erzählt, die eigentlich eher eine spaßige Idee war und letztlich recht professionellen Charakter erlangte. Der letzte Absatz des Kapitels ließt sich eher wie ein Resümee und Aufruf an die Menschen zugleich, nüchtern und fundamental.

Resümee

Ein wirklich gelungenes Werk, welches die Astronomie von allen Seiten beleuchtet und vor allem eines zeigt. Astronomie ist die Wissenschaft, die viele Wissenschaften vereint. Begonnen bei Historikern, über Geologen hin zu Chemikern, Physikern, Mathematikern und Philosophen.
Vielleicht gibt es hier und da ein paar Stellen, die noch etwas hätten abgerundet werden müssen, aber dem würde ich jetzt keine all zu große Gewichtung verleihen. In jeden Fall ist es eine leicht verdauliche Abendlektüre die einen beachtlichen Unterhaltungswert für ein Sachbuch aufweist.

Eclipse de Soleil – 1 septembre 2016 – vidéo Dailymotion

September 1st, 2016

Die ringförmige Sonnenfinsternis am 1.9.2016 über Afrika live im Internet.

Detaillierte Informationen finden sich unter www.sonnenfinsternis.org wieder.

1er septembre 2016, observation de l’éclipse de Soleil en direct depuis l’île de la Réunion. Rendez-vous à partir de 8h15 UTC, soit 10h15 en métropole et 12h15 à la Réunion. Captation réalisée depuis l’ile de la Réunion par les astronomes de l’Institut de mécanique céleste et de calcul des éphémérides en partenariat avec l’Observatoire des Makes, l’Association Astronomique de la Réunion et le Rectorat de la Réunion.

Buchvorstellung – Sterne und ihre Spektren

August 13th, 2016

Das folgende Buch ordnet sich in die Fachwelt der Astronomie/Astrophysik ein.
Empfohlen von „alten Hasen“ aus der Spektroskopie Fachgruppe der VdS wurde mir diese Lektüre als Standardwerk, sozusagen als Grundlagenwissen für alles was mich in der Welt der Spektroskopie erwarten würde. Die bereits gut betagte Lektüre ist sicherlich an einigen Stellen überholt, was aber nicht zwingend falsch heißen muss.

Dem Leser erwartet die Lehre der Sterntypisierung.
Angefangen von ein paar einleitenden Kapiteln die sich mit der Natur der Sterne hinsichtlich Benennung, Eigenschaften und Entwicklung und ein paar Grundlagen aus der Physik bzgl. Atome, Isotope und Moleküle beschäftigen, wird der Leser zum eigentlichen Thema, die Spektralklassen, heran geführt.

Ein kurzer Ausflug in die Geschichte der Spektralklassen und ihrer Entstehung verdeutlicht die Lebendigkeit dieses Themas. Bis in die Neuzeit unterliegt die Klassifizierung der Sterne Veränderungen, die auf neuen Erkenntnissen der Natur der Sterne gründen.
Man kommt letztlich an dem derzeit genutzten System „OBAFGKM“ (Oh Be A Fine Girl Kiss Me) an und wird nun auf eine Reise durch die Welt der Sterntypen mitgenommen. Begonnen mit den kühlen, aber nicht uninteressanten Sternen der M-Klasse bewegt sich der Leser rückwärts durch die Buchstabenfolge hin zur O-Klasse.

Die letzten beiden Kapitel widmen sich besonderen Sterntypen wie Novae, Planetarischen Nebel u.a.,
sowie dem Lebenslauf der Sterne im HR-Diagramm.

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Das Buch ist meiner Meinung nach trotz seiner vielen Tage die es auf dem „Buckel“ hat, immer noch ein gültiges Werk.
Dem Leser, vorallem dem Einsteiger in die Welt der Sterntypisierung, vermittelt es viel Wissen.
Es wird mich in der Beurteilung und Bewertung von Sternspektren, die ich zukünftig aufnehmen werde, immer wieder als Lexikon begleiten.

Weiterführend kann ich schon jetzt auf das Buch „Aktive Sterne“ von Klaus G. Strassmeier hinweisen.

Dazu aber später mehr ….

Die Perseiden 2016

August 5th, 2016

Infografik Perseiden: Sternschnuppen-Nacht im August

Sternengeschichten Folge 177: Sternströme und Zwerggalaxien

April 21st, 2016

Was passiert, wenn eine große und eine kleine Galaxie aufeinander treffen? Die kleinere wird einfach aufgefressen! Aber ein bisschen was bleibt übrig: Sogenannte “Sternströme” die noch …

Quelle: Sternengeschichten Folge 177: Sternströme und Zwerggalaxien

Buchvorstellung – Das Crowdfunding-Handbuch

April 17th, 2016

Zur Abwechslung habe ich mal ein nicht astronomisches Buch gelesen. Wobei wenn ich ehrlich bin, hege ich doch wieder astronomische Absichten, bei denen mir dieses Buch helfen wird. Doch dazu an anderer Stelle zu gegebene Zeit mehr.
Es geht um das Zauberwort „Crowdfunding“. Zu deutsch „Schwarmfinanzierung“, wobei sich dieses Wort im deutschsprachigen Raum nie etabliert hat. Es ist also eine Möglichkeit über eine Menge von Menschen, die man meist über „SocialMedia“ Kanäle erreicht, ein Projekt zu finanzieren.
Dieses Buch bringt einem auf eine sehr anschaulich Art und Weise das Wesen und die Grundbegriffe des Crowdfunding nahe. Kurz und prägnant und durchwachsen von Fallbeispielen aus der „Crowdfundingszene“ zeigt die Autorin ULRIKE STERBLICH dem Leser die einzelnen Schritte in einem Crowdfundingprojekt auf, gibt Tipps aus eigener Erfahrung und bleibt dabei neutral. Das ist nicht selbstverständlich, wenn man berücksichtigt, dass die Mitwirkenden DENIS BARTELT und TINO KRESSNER die Gründer der Crowdfunding-Plattform Startnext sind.

Wer den Gedanke mit sich herum trägt, ein Crowdfundingprojekt mal selbst zu starten, aber noch recht unwissend über das Thema ist, dem kann ich dieses Buch nur wärmstens empfehlen.

crowdfundinghandbuch

Merkurtransit 2016

April 7th, 2016

Am 9.Mai 2016 ist von unseren Breiten aus ein Merkurtransit in voller Länge zu beobachten, ein seltenes Himmelsereignis!

Der Merkur zieht vor der Sonne vorbei…

Am Montag, dem 9. Mai, können wir uns auf ein seltenes Himmelsereignis freuen, das – gutes Wetter vorausgesetzt – auch im Raum Chemnitz sehr gut zu sehen ist: Der innerste und kleinste Planet unseres Sonnensystems, Merkur, wandert als kleines schwarzes Scheibchen vor der Sonne vorbei. Das Planetarium Lichtenstein/Minikosmos und Astronomie „erleben“ laden zur Beobachtung dieses seltenen Himmelsschauspiels, auch „Merkurtransit“ genannt, ein. In einer Sonderveranstaltung wird genau und verständlich erklärt, was geschieht, und die gefahrlose gemeinsame Betrachtung des Ereignisses wird möglich sind.

Sollte das Wetter nicht mitspielen wird ein kleines Rahmenprogramm im Planetarium über die Tatsache hinweg trösten.

Verlauf

Der Merkurtransit beginnt um 13:12 Uhr MESZ und endet um 20:40 Uhr MESZ, so dass reichlich Zeit für eine Beobachtung ist. Der Merkur zieht in dieser Zeit langsam von Osten nach Westen über die Sonnenscheibe. Die Mitte des Transits wird um 16:56 Uhr MESZ erreicht. Dann steht der Merkur knapp südlich des Zentrums der Sonnenscheibe; etwa ein Sechstel ihres Durchmessers von der Mitte entfernt.

Wissenswertes

Der Merkur kreist in nur 88 Tagen einmal um die Sonne. Da die Erde sich ebenfalls um die Sonne bewegt, überholt der schnellere Merkur unseren Planeten alle 116 Tage auf der Innenbahn. Dann steht der Merkur also zwischen Erde und Sonne. Trotzdem kommt es meist nicht zu einem Transit. Der Merkur wandert fast immer nördlich oder südlich an der Sonne vorbei, denn seine Bahn ist gegen die Erdbahn um 7° geneigt. Im 21. Jahrhundert stimmt die Geometrie für einen Transit insgesamt nur 14 mal. Natürlich muss die Sonne bei uns auch über dem Horizont stehen, es muss also bei uns Tag sein, damit man den Transit sehen kann. Beim letzten Durchgang, im Jahr 2006, war das nicht der Fall. Und so ist der bevorstehende Merkurtransit der erste seit 13 Jahren, seit dem 7. Mai 2003, der aus Mitteleuropa sichtbar ist – ein wirklich seltenes Ereignis! Die nächste Chance haben wir erst wieder am 19. November 2019.

Für die Beobachtung ist allerdings ein Teleskop erforderlich. Das Scheibchen des Merkur misst lediglich 12 Bogensekunden, und hat damit nur 1/158 des Durchmessers der Sonne. Anders gesagt: Der Merkur deckt nur 0,004% der Sonnenscheibe ab. Das ist zu wenig um ohne Vergrößerung gesehen zu werden.

Teleskope werden vor dem Planetarium auf dem Parkplatz aufgestellt und für jederman nutzbar gemacht.

Diese „Mini-Finsternis“ verändert die Helligkeit der Sonne also so gut wie gar nicht, ganz im Gegensatz zu einer Sonnenfinsternis, bei der unser Mond die Sonne komplett abdecken kann. Selbstverständlich darf man daher auch niemals durch ein Teleskop ohne geeigneten Filter in die Sonne sehen – das führt unweigerlich zu schweren Augenschäden! Es gibt aber Filter und auch Spezialteleskope, mit denen die Beobachtung der Sonne gefahrlos möglich ist. Besonders empfiehlt sich auch die Projektion der Sonne auf einen Schirm oder einfach ein Blatt Papier, bei der mehrere Beobachter gleichzeitig den Transit sehen können.

Der Merkurtransit bietet gerade für Schulklassen eine hervorragende Möglichkeit, die Bewegungen der Planeten im Sonnensystem live und ganz direkt zu erleben. Das Planetarium … freut sich darauf, seinen Besuchern dieses ganz besondere Ereignis zu erläutern und zu zeigen.

Merkurtransit

Der Verlauf des Merkurtransits am 9. Mai 2016; die schwarzen Punkte zeigen die Größe des Merkur vor der Sonnenscheibe und seine Positionen im Laufe des Transits. Die Zeitangaben in MESZ nennen als Beginn den Moment, in dem Merkur beginnt sich vor die Sonne zu schieben, und als Ende den Moment in dem Merkur die Sonnenscheibe vollständig verlassen hat.

Hintergrundbild: SOHO (ESA&NASA), Grafik: GDP

Jupiter’s Schattenspiele am 16.03.2016

März 16th, 2016

Als Auftakt zum Tag der Astronomie 2016 am 19.03.2016 zeigt Jupiter bereits heute Abend schon was er alles drauf hat.
Ab ca. 22:00 werden wir die Möglichkeit haben mit Teleskopen den Vorübergang der Schatten zweier seiner Monde auf Jupiter zu beobachten.
Hinzu kommt noch der Transit des GRF, des großen roten Flecks, um ca. 21:50 Uhr. Alles zusammen ein sehr spannender Abend. Folgende sind noch ein paar Details zur Beobachtung gelistet.

  • Um 20:03 Uhr beginnt der Mond Ganymed direkt vor der Jupiterscheibe durchzulaufen. (Das ist in kleinen bis mittleren Teleskopen nicht oder nur kaum sichtbar)
  • Um 20:49 Uhr betritt sein Schatten die Planetenscheibe. (sichtbar im Teleskop)
  • Um 21:03 Uhr bedeckt Jupiter den Mond Europa. (sichtbar im Teleskop)
  • Um 21:38 Uhr beginnt der Mond Io direkt vor der Jupiterscheibe durchzulaufen.
    Nur noch Callisto verbleibt östlich von Jupiter (links im Fernglas),
    da sich Europa im Schatten von Jupiter befindet; dies bis 23:13 Uhr
  • Um 21:50 Uhr betritt der Schatten von Io die Planetenscheibe.
    Für fast 83 Minuten befinden sich nun zwei Monde und ihre Schatten vor Jupiter (sichtbar im Teleskop)

Jupiter-Schatten20160316

Quelle:calsky.com

  • Ganymed beendet um 23:13 Uhr den Durchgang vor Jupiter
  • Io beendet um 23:52 Uhr den Durchgang vor Jupiter.
    Für wenige Minuten sind nur noch die Schatten auf Jupiter zu sehen
  • Um 0:05 Uhr verlässt der kleine Schatten von Io Jupiter.
  • Um 0:07 Uhr verlässt der kleine Schatten von Ganymed Jupiter.
  • Um 0:13 Uhr tritt Europa aus dem Jupiterschatten.

 

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