Rezension SPACE – Eine Entdeckungsgeschichte des Weltalls

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Das Buch ist 2016 im mairisch Verlag erschienen. Übersetzt aus dem Englischen durch Daniel Beskos.
Die Originalausgabe unter dem Titel „The Secret Life of Space“ erschien 2015, verfasst durch die Autoren Heather Couper und Nigel Henbest.
Die Autoren sind Astronomen und Wissenschaftsautoren die auch im britischen Fernsehen mit ihren BBC-Serien die Wissenschaft an die Öffentlichkeit bringen. Nach ihnen wurden auch zwei Asteroiden benannt, die sie entdeckt haben.

Space

Das Buch nimmt den Leser mit auf eine Reise durch die Geschichte der Astronomie und ihrer Entdecker und Entdeckungen. Angefangen in der Jungsteinzeit über die Antike bis hin in die moderne Zeit. Leicht verständlich, nüchtern und manchmal auch humorvoll lesen sich die Anekdoten, in denen Fakten gekonnt eingewebt wurden. Die Art der Darstellung von Fakten und Erzählung erinnert sehr an BBC Folgen aus der Astronomie, allerdings in einem Buch gelesen hinterlässt sie einen tiefgreifenderen Eindruck. Vielleicht ist es auch dem Umstand geschuldet, dass man in einem Buch die Visualisierung zu Wort bringen muss.
 

 

Rezension

1. Kapitel
Das Geheimnis von Stonehenge – Ob es jungsteinzeitliches Observatorium oder doch nur ein Sonnentempel war, dem gehen die Autoren mit recht viel offen gelegten Fakten nach. Es wird deutlich, wie sehr Stonehenge jede Generation seit hunderten von Jahren beschäftigt. Es wird auch sehr fundiert dargestellt, warum dies zur Kultstätte gemacht wurde und die Menschen schier unvorstellbare Leistungen erbrachten um es zu erbauen und über 1000 Jahre hin zu nutzen und für sich zu ändern.
Letztlich muss man sich eingestehen, dass das Geheimnis von Stonehenge bezogen auf die Entstehung eigentlich gar keins mehr ist und es starken Veränderungen im Wandel der Zeit unterlag. Was im Grunde zur Ansicht führt, dass Stonehenge für jede Kultur etwas eigenes war und es so gar nicht einem bestimmten Zweck zu geordnet werden kann.

2. Kapitel
Mechanismus von Antikythera – Gleich zu Beginn des Kapitels wird der Mechanismus als quasi Beifang bei einer Bergung antiker Schätze dargestellt. Das zurecht wie es der Autor kurz umreißt und man auch leicht recherchieren kann. Das Problem der mathematischen Erfassung der Bewegungen am gestirnten Himmel aber auch die technische Darstellung in Form von beweglich Sphären wird mit viel Fakten in ruhiger Schreibweise aufgezeigt. Am Ende gewinnt der Leser vielleicht wie ich den Eindruck, dass die antike Kultur weitaus fortschrittlicher war, als es uns heute bewusst ist.

3. Kapitel
Die Kalender der Geschichte – Sehr ausführlich und gut recherchierte Darstellung der Herkunft unseres heutigen Kalenders. Auch die Querverweise zu eher weniger bekannten Personen aus der Geschichte wie Milankovic und Chayyam. Vor allem der dezente Hinweis am Rande, das der Kalender des Islam deutlich genauer und auch noch älter ist, las sich wie eine kleine Kritik zum christlichen Kalenders.

4.Kapitel
Die Erde bewegt sich – die Kalender hinter uns gelassen widmet sich dieses Kapitel den Revolutionen in der Astronomie bzw. in der Wissenschaft ab den 15.Jahrhundert.
Angefangen von Kopernikus, Brahe über Kepler hinzu Newton werden deren wirken und Lebenswerk dargestellt. Kausal richtig und nicht all zu tiefgreifend wird der Leser durch Teile deren Biografie mitgenommen. Selbst die Legende des herabfallenden Apfels und Newton wird ins rechte Licht gerückt.

5.Kapitel
Vom holländischen Fernrohr zum Hubble Weltraumteleskop – Der Anfang des astronomisch verwendeten Teleskops steht bei vielen nur mit Galileo Galilei im Zusammenhang. Dabei ist die Geschichte des Teleskops, ursprünglich gar nicht für die Himmelsbeobachtung erfunden, eine weit aus interessantere. Die Autoren verstehen es dem Leser auf wenigen Seiten von der venezianischen Glasbläserkunst bis hin zum Bau der ersten Teleskope einen detaillierten Überblick zu verschaffen. Um so mehr hat es mich gewundert, bei soviel Richtigstellung historischer Ereignisse, dass G.Galilei letztlich doch als die Person dargestellt wird, die angeblich die wissenschaftliche Tragweite der Entdeckung der Jupitermonde erkannte. Kein Verweis auf den deutschen Astronom Simon Marius, der „eigentlich“ zeitgleich seine Beobachtungen bestätigen konnte. Eigentlich heißt um einen Tag Differenz, wenn man der korrekten Kalenderumrechnung zwischen dem julianischen und gregorianischen Glauben schenken darf. Denn beide Astronomen lebten unter der Verwendung unterschiedlicher Kalender. Marius‘ Aufzeichnungen waren gegenüber denen von Galileis etwas dürftiger und das zusammen mit der Position die Galilei inne hatte, verschaffte es den italienischen Wissenschaftler viele Vorteile. Das machte eine Publikation seiner Beobachtungen sehr einfach und Marius gelangte ins Hintertreffen. Selbst ein Streit zwischen den Beiden, der aus historischen Schriften hervorging, wurde nie beigelegt. Das hätte meiner Ansicht nach mit in das Kapitel aufgenommen werden müssen.
Doch die Geschichte der Teleskope geht weiter. So werden auch die moderneren und größeren Teleskope, deren Entstehung bis ins 20. Jahrhundert hinein und die damit einher gegangenen Entdeckung wie die Cassiniteilung am Saturn oder die Whirlpool-Galaxie in angenehm lesbaren Anekdoten verpackt.

6.Kapitel
Planetensucher – treffender kann die Überschrift dieses Kapitels nicht sein. Mit dem Hause Herschel wird sich angenehm viel auseinander gesetzt. Die Entdeckung des Uranus und die Vorhersage dessen durch den ersten Königlichen Astronom, John Flamsteed, füllen den ersten Teil des Kapitels aus. Erfreulicher Weise wird auch Caroline, die Schwester von William Herschel mit ihren Errungenschaften erwähnt.
Der zweiter Teil des Kapitels liest sich etwas schwieriger, was aber den auftretenden Persönlichkeit und deren verstricken Wirken in der Geschichte zur Last fällt. Letztlich ist es eine Art Odyssee durch Personen und Ereignisse die den Leser die Entdeckung des Planeten Neptun schildert.

7.Kapitel
Der Planet der nie einer war – Selbst den astronomischen Laien wird bei dieser Überschrift nur ein Planet in den Kopf kommen. Richtig es ist Pluto. Anfang des 20. Jahrhunderts in der Fachwelt als Planet X bezeichnet, ermutigte er immer wieder die Astronomen ihn ausfindig zumachen. Ironischer Weise basierte die Motivation auch noch auf nicht ganz korrekten Berechnung bzgl. Neptuns. Dieses Kapitel nimmt den Leser auf eine wirklich spannende Entdeckungsreise eines weiteren Planeten in unseren Sonnensystem mit. Anfänglich mit Teleskopen und dem genialen Blinkkomparator bewerkstelligte Beobachtungen bis hin zur Weltraummission New Horizon. Es zeigt auch, dass manchmal erst Irrtümer und Umwege in der Wissenschaft zum eigentlichen Ziel führen. Eine wirklich spannende und fesselnde Geschichte.

8.Kapitel
Flammendes Inferno – Bisher wurden die geistigen Blicke des Lesers auf unsere Nachbarplaneten und die tiefen des Weltraums gelenkt. Mit Beginn dieses Kapitels ändert sich das und der Biologe des 19.Jahrhunderts Charles Darvin forderte die Astronomen zu einem wissenschaftlichen Duell heraus. Die Frage nach dem Alter der Erde führte zwangsläufig auch zur Frage nach dem Alter der Sonne. Genau dies ist auch der Kern des Kapitels. Durchwachsen von spannenden Anekdoten über die ersten Beobachtungen von Sonnenflecken im alten China bis hin zu Postulaten von Einstein und Eddington nehmen die Autoren den Leser auch auf eine fesselnde Reise zu einer Sonnenfinsternis mit. Eingebettet in diese Kurzgeschichten erfährt der Leser über leicht verständlich geschriebene Erläuterungen, was beispielsweise die Chromosphäre, Korona oder eine koronaler Massenauswurf sind.
Im weiten Verlauf wird die Sonne nicht mehr als interessantes Beobachtungsobjekt dargestellt sondern eben auch als Quelle der Zerstörung. In die Geschichte eingegangene Eruptionen auf der Sonne wie das Carrington-Ereignis zeigen die Verwundbarkeit einer Zivilisation bzw. Gesellschaft. Mit der heute existierenden hochtechnologischen Stromversorgung wiegt man sich in Sicherheit, was aber u. U. Das Gegenteil sein könnte. Die Darstellung das Kernkraftwerke bei Stromausfall ganz sicher einer Kernschmelze unterliegen ist jedoch sehr oberflächlich. Es gibt Sicherheitsvorkehrungen, die so etwas verhindern können. Wie zuverlässig und unter welchen Bedingungen das noch funktioniert, würde hier den Rahmen sprengen. Daher sollte der Leser bitte selbst recherchieren.

9.Kapitel
Die Schmelztiegel des Universums – Wer bei dieser Überschrift auf Sterne tippt liegt richtig. Sterne waren aber eine Zeit lang nur unendlich entfernte Lichtpunkt für die Menschen. Bis Personen wie Fraunhofer, Bunzen oder Kirchhoff die Welt der Wissenschaft betraten. Sie wandelten die Lichtpunkte in Sonnen verschiedenster Typen. Das Kapitel bietet dem Leser eine Kurzreise von der Entdeckung der Natur der Sterne bis hin zum heutigen Wissen über ihre Entstehung und ihrem Lebenswandel. Auch wenn das unscheinbare Wort Hauptreihenstern einige fachfremde Leser rätseln lässt, wird doch ohne Erklärung des Herzsprung-Russell-Diagramms, aus dem der Begriff stammt, der Lebenszyklus von Sternen sehr verständlich und anschaulich nahe gebracht.

10.Kapitel
Sternen-Dämmerung – Von den Sternen zu den Exoten des Universums. Das Kapitel erzählt die Entdeckung von Supernovae und wie der neue Sterntyp Pulsar die Fachliteratur der Astronomie bereicherte. Um zu verstehen was ein Pulsar ist, wird in dem bisher gelebten Stil der Autoren recht bildhaft das Ableben eines Riesensterns zu einer Supernova und deren Überreste erklärt. Ebenso die Aufzählung diverser einschlägiger Entdeckungen sind sehr lesenswert. Am Ende kann der Leser mit den Begriffen Neutronenstern und Magnetar ebenso gut umgehen. Was sich allerdings etwas verwirrend dem Leser darstellen könnte ist die Aussage, dass in einem Stern der zur Supernova „mutiert“ die Atome bis zu Eisen verschmelzen und es dann nicht weiter geht. An sich ist die Aussage richtig. Absätze weiter wird jedoch von schweren Elementen mit höhere Ordnungszahl als Eisen gesprochen die aus solchen Sternableben resultieren und Grundlage für neue Sterne und Planetensysteme sind. Hier fehlt die Erklärung wo denn nun beispielsweise Gold herkommt, wenn bei Eisen in Sternen die Kernfusion ihr Ende hat.

11.Kapitel
Schwarze Löcher – Begonnen bei der ersten Vorhersage der schwarzen Löcher um 1800 bis zu den Entdeckungen der heutigen Wissenschaft bekommen schwarze Löcher zunehmend ein Gesicht und verlieren dabei ihre Seltenheit und werden um ein vielfaches an Größe übertroffen, als was man sich noch vor 50 Jahren vorstellen konnte. Entdeckungsanekdoten gestalten das Kapitel sehr spannend, vor allem wenn Personen wie Kip Thorne „die Bühne betreten“. Was aber sehr verwunderlich ist, dass Personen wie Stephen Hawking und ihre Theorien nicht mit ins Spiel gebracht werden. Denn hier gibt es jede Menge an Wissen was so ein Kapitel sachlich abgerundet hätte.

12.Kapitel
Am Anfang – Die Schöpfung, der Anfang des Universums sind der Inhalt des Kapitels, das ganz banal mit dem Dopplereffekt beginnend den Leser an weitaus komplexere Dinge heran führt. Vom Dopplereffekt und dessen Entdecker geht es zu Edwin Hubble und seinen Entdeckungen, den wir ja schon kennen gelernt hatten. Sehr anschaulich geschrieben ist die Herkunft der Big-Bang-Theorie, die ironischer Weise durch einen geistlichen namens Georges Lemaîtres erstmals veräußert wurde. Dem entgegen steht die Steady-State-Theorie, deren Inhalt und Vater beleuchtet werden. Doch Theorien warten auf Beobachtungen die solche bestätigen. Die Entdeckung bzw. Beobachtung der kosmischen Hintergrundstrahlung und damit die Bestätigung der Big-Bang-Theorie ist, wie nicht anders zu erwarten, in eine spannende Kurzgeschichte verpackt. Im Verlauf den Kapitels wird deutlich, dass man zunehmend Beweise für die Big-Bang-Theorie findet. So kommt der Leser auch gleich zu Begriffen wie Quantenschaum, kosmischen Inflation und dem Dunklen Zeitalter des Universums, das für die Wissenschaft heute immer noch einen ungeklärten Zustand darstellt.
Das man solche Begriffe und Abläufe nicht auf vier Seiten detailreich schildern kann ist selbsterklärend. Aber den Autoren gelingt es dennoch die Begriffe so darzustellen, das der Leser im Ansatz versteht, wie das Universum sich entwickelte und warum es heute so aussieht und nicht anders.
Zugleich wird dem Leser aber auch vermittelt, welche immense Tiefe dieses Thema aufweist. Passend ließt sich das Ende des Kapitels, in dem die Autoren uns Menschen im Grunde an den Anfang allen Verstehens stellen und noch weit in die Zukunft blicken lassen.

13.Kapitel
Die Dunkel Seite – … der Macht es ist nicht wirklich die einige aus Star Wars kennen mögen. Vielmehr geh es um die Dunkle Materie und Energie.
Begriffe die eben nicht aus der heutigen Wissenschaft stammen, wie man vielleicht meinen mag. Das Kapitel nimmt den Leser wieder mit auf eine historische Aufklärungsreise. So wird doch gleich eine Person namens Fritz Zwicky in den Mittelpunkt gestellt, der das erste Objekt in den Weltraum beförderte und es nicht der Sputnik! Er war auch der Schöpfer des Begriffs Dunkle Materie. Jedoch liegt das einige Jahrzehnte zurück und damals schenkte man ihm keine große Aufmerksamkeit, zu unrecht. Neben Zwicky taucht auch eine Wissenschaftlerin namens Rubin auf. Ein kurzer Einblick in ihr Leben und Wirken im Zusammenhang mit dem des Helden Zwicky stellt recht klar und einfach die Entwicklung der Wissenschaft bzgl. der Dunkle Materie dar.

14.Kapitel
Kometengeschichten – Wer kennt ihn nicht den Komet Halley, ein Komet der nur wenigen Menschen zweimal im Leben am Himmel erscheint. Begonnen bei Edmund Halley im 17. Jahrhundert über Hale und Bopp der 1990er Jahre nimmt das Kapitel seinen Höhepunkt in der Kometenmission Rosetta 2015. Jeder Komet hat eine eigene und sehr interessante Geschichte seiner Entdeckung bzw. Namensgebung aufzuweisen. Der Komet Halley war einer von 22 Kometen, deren Bahnen durch Edmund Halley berechnet werden sollten, der wie es sich heraus stellte zyklisch war. Hale-Bopp hingegen wurde von einem Astronom und von einem Schichtleiter einer Baustofffirma entdeckt.
Vor allem die Geschichte zu Halley lässt einen tiefen Einblick in das Leben des Entdeckers zu. Ebenso detailreich geschrieben wird über die Kometensonde Rosetta und ihrer Mission. Am Ende de Kapitels hat sich das Gesicht eines Kometen von einem kosmischen Vagabunden der Unheil und Tot bringt hin zu einem greifbaren, in einer gewissen Weise lebendigen Objekt unseres Sonnensystems gewandelt.

15.Kapitel
Einschlag – Mit einer sehr fesselnden Erzählung des Geschehens 2013 in Tscheljabinsk, als die Stadt von einen Asteroiden getroffen wurde, öffnet das Kapitel dem Leser die Tore zu der Welt der Asteroiden und Meteore. Weitere „Fallbeispiele“ verleihen dem Kapitel schon fast einen Charakter der Berichterstattung. Dennoch wird die Art und Weise den Leser zu unterhalten wie in den anderen Kapiteln beibehalten und so durchziehen auch historische Ereignisse das Kapitel. Im 18. Jahrhundert war man der Raum zwischen den Planeten für die Menschen noch leer, heute ist er das Gegenteil mit Millionen Bruchstücken angereichert, von denen nicht wenige schon Namen bekommen haben und genaue Bahndaten vorhanden sind.
Die Bedeutung der wissenschaftlichen Untersuchungen von Meteoriten aber auch Missionen zu den Asteroiden wird sehr sachlich und fundamental dargestellt. Das Kapitel hat es geschafft mich so zu inspirieren, dass ich mich am liebsten in diesen Bereich der Astronomie tiefer einarbeiten würde.

16.Kapitel
Gibt es Leben auf dem Mars? – Der Antwort auf diese Frage gehen eine wirklich absurde aber auch lustige Geschichte und eine Übersicht über nahezu alle Marsmission voraus.
Die absurde und zugleich lustige Geschichte handelt im Jahr 1938 als ein bekannter Schauspieler und Moderator es tatsächlich geschafft hat eine Radiosendung so zu manipulieren, dass viele Zuhörer in den Glauben verfielen, die Marsianer seien gelandet. Dem ging ein Meteoritenfall voraus, bei dem es sich in der Tat um Gestein von Mars handelte. Wirklich sehr mitreißend geschrieben. Doch das Kapitel fährt auch noch reale Ereignisse aus der Raumfahrt auf. So werden die beiden Viking und Mariner Missionen in Szene gesetzt. So bekommt der Leser einen guten Eindruck vermittelt wie, zielstrebig Missionen zum Mars geplant und durchgeführt werden um der einen Frage nach zu gehen. Letztlich finden sich Roboter in Form der Marsrover Spirit und Opportunity im Kapitel wieder. Jede dieser Mission hat ihre eigenen Experimente an Bord gehabt, die nach Spuren von Leben suchten und wie sie das taten beschreiben die beiden Autoren wirklich gut verständlich.
Das Kapitel gibt dennoch auf die Frage ob es Leben auf dem Mars gibt die Antwort preis. Das Ja bezieht sich jedoch auf die Zukunft, wenn Menschen den Fuß auf den roten Planet setzen.

17.Kapitel
Neue Welten – Von der Erforschung unseres Sonnensystems und unsere Nachbarplaneten wird der Leser in dies Kapitel auf ein recht junges Gebiet der Astronomie mitgenommen. Die Suche nach Sternen die Planeten besitzen, sogenannte Exoplaneten. Beginnend mit einer spannenden Geschichte über einen jungen Doktor der Astronomie der  die Frage nach Planeten um ferne  Sterne, die er sich als Kind schon stellte, zu einem Forschungsprojekt machte, nehmen die Autoren den Leser auf eine fast unglaubliche Reise zu Entdeckung neuer Welten mit. Immer bessere Teleskope und neue Methoden der Datenauswertung ermöglichen es der Wissenschaft nicht nur  Riesenplaneten wie die Hot Jupiters sondern auch die kleinen erdähnlichen Planeten zu finden. Es werden leicht verständlich die Methoden erklärt und an konkreten Funden erläutert. Auch wenn die Darstellung sehr sachlich abläuft, kamen die Autoren nicht um hin bei den Funden sich etwas weit aus den Fenster zu lehnen. Denn man kann zwar Nachweise erbringen, dass es auf den fernen Welten Wasser gibt, aber beispielsweise eine Aussage über 1000km tiefe Ozeane die den gesamten Planeten bedecken ist eine Wunschvorstellung und keine wissenschaftlich fundierte Aussage. Das hätte klar getrennt dem Leser serviert werden müssen. Dennoch machen gerade diese Übertreibungen das Kapitel so unwiderstehlich.

18.Kapitel
Sind wir allein? – Das ist die Frage die sich dem Leser nach dem voran gegangenen Kapiteln aufdrängt. In der Tat gibt es die Vorstellung von außerirdischen Leben schon seit der Antike. Selbst im 19.Jahrhundert unternahm der Mensch Versuche mit Außerirdischen Kontakt aufzunehmen. In welcher Form und Ausmaß die geschah wird recht kurz aufgeführt. Denn Ziel des Kapitels ist es sich mit dem Wissensstand nach Leben außerhalb der Erde in der Neuzeit zu befassen. So werden Beispiele von Leben unter extremsten Bedingungen auf der Erde dargestellt, die zwangsläufig zur Annahme führen innerhalb unseres Sonnensystems noch Leben ausfindig machen zu können. Die besten Kandidaten, der Jupitermond Europa beispielsweise, werden genannt und es wird kurz darauf eingegangen, wie dort das Leben aussehen könnte.
Letztlich kommen die Autoren über gewohnte Anekdoten zur Frage wie wir Signal von außerirdischen intelligenten Leben finden können und vor allem wie wir Signale setzen können. Hierzu wird von der wohl bekanntesten Sendung mit dem Radioteleskop in Aricoba erzählt, die eigentlich eher eine spaßige Idee war und letztlich recht professionellen Charakter erlangte. Der letzte Absatz des Kapitels ließt sich eher wie ein Resümee und Aufruf an die Menschen zugleich, nüchtern und fundamental.

Resümee

Ein wirklich gelungenes Werk, welches die Astronomie von allen Seiten beleuchtet und vor allem eines zeigt. Astronomie ist die Wissenschaft, die viele Wissenschaften vereint. Begonnen bei Historikern, über Geologen hin zu Chemikern, Physikern, Mathematikern und Philosophen.
Vielleicht gibt es hier und da ein paar Stellen, die noch etwas hätten abgerundet werden müssen, aber dem würde ich jetzt keine all zu große Gewichtung verleihen. In jeden Fall ist es eine leicht verdauliche Abendlektüre die einen beachtlichen Unterhaltungswert für ein Sachbuch aufweist.

 

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