Montierung Astro-5

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Der periodische Schneckenfehler einer Astro-5 Montierung

Die Montierung war bereits zu Ausstellungszwecken genutzt worden und ging im Mai 2003 in meinen Besitz über.
Der Händler lieferte die Montierung gesäubert und justiert. Nach ca. einem Jahr Betrieb, war ich der Meinung die Genauigkeit meiner Montierung prüfen zu müssen.
Die benötigten Utensilien waren bis dahin auch vorhanden.
Das Ergebnis war nicht sonderlich erquickend. Die folgenden Messkurven machen deutlich, daß man die Montierung nur eingeschränkt fotografisch einsetzbar ist.
Das heißt Langzeitbelichtungen sind wohl kaum zu realisieren.

Messung 1

Messungen März 2005 (Montierung im originalen Zustand)

Referenzstern: Beta Canis Minors
Magnitude: 2.89
RA: 07h 27m 09.043s Dec: +08°17’21.536″ (Epoch 2000)
Azm: 262°40’35“ Alt: +16°41’37“
Datum: 31.03.2005;
Uhrzeit: 1.Messung ca. 01:15 MESZ mit Brennweite=2000mm;
2.Messung ca. 01:30 MESZ mit Brennweite=2000mm;
Temperatur: 5°C, windstill; klarer Himmel.

pec_messung_astro5_20050331_1

 

Die erste Messung war eben wirklich die erste Messung.
Mangelst Erfahrung was die Justierung der Montierung vor der Messung angeht, verläuft die Kennlinie der Deklination sehr steil.
Mit anderen Worten war die Ausrichtung des Teleskops auf den Himmelsnordpol nicht korrekt.
Das lag aber auch daran, daß ich beim Einnorden keine Sicht zum Polarstern hatte.
Die Montierung wurde am letzten Beobachtungsabend draußen eingenordet und am Abend der Messung auf dem Balkon aufgestellt
und mit dem Kompaß auf Norden grob ausgerichtet.

Die Meßkurve der RA-Achse zeigt einen Peak-to-Peak Wert von ca. 75″, also +/-37,5″.

Messung 2

pec_messung_astro5_20050331_2

Nach der ersten Messung wurde die Montierung nochmals justiert.

Was die Kennlinie der Rektastension angeht, können hier mehrere Faktoren zu der Ungenauigkeit beitragen.
Durch die hohe qualitative Streuung bei der Fertigung der Montierungen kann man keine konkreten Werte angeben.
Gelesen habe ich schon von Werten bei +/-50″ für Astro5 Montierungen.

Aber es ist nicht ausgeschlossen, daß diese darunter oder darüber liegen können.
In meinem Fall konnte ich nach der Justierung einen Peak-to-Peak Wert von ca. 70″, also +/-35″ ermitteln, der sich in etwa mit dem vorherigen deckt.
Wirklich gute Montierung liegen bei ca. +/-5″, dafür muß man auch einiges mehr investieren.

Um Spekulationen, woraus die Ungenauigkeit resultiert, aus dem Weg zu gehen, habe ich an dieser Stelle abgebrochen
und mich daran gemacht, die Montierung komplett zu zerlegen, neu zu fetten und die alten PE-Lagerringe
gegen gute Teflonringe auszutauschen.

Nähere Informationen dazu unter Astro5-Tuning

Messung 3

Messungen Mai.2005 (Montierung neu gefettet und justiert)
Referenzstern:

Datum: 26.05.2005
Uhrzeit: 1.Messung 23:45 MESZ mit Brennweite=2034mm;
Temperatur: 15°C, Windstill, klarer Himmel, zum Horizont hin Dunst.

pec_messung_astro5_20050526_1

Nachdem nun die Montierung modifiziert wurde, führte ich erneut Messungen durch.
Die Einnordung der Montierung erfolgte auf dem Nordbalkon mit Blick zum Polarstern.
Die Messung jedoch vom Westbalkon aus, daß heißt die Montierung wurde umgestellt und mittelst Kompaß auf N ausgerichtet
und in Waage gebracht.
An dem Peak-to-Peak Wert hat sich nichts wesentlich geändert.
Also liegt es nahe die RA-Schnecke gegen die DEC-Schnecke zu tauschen.

 

Messung 4

Messung mit getauschter Schnecke (RA-Schnecke gegen DEC-Schnecke)
Referenzstern: 36-Epsilon Bootis
Magnitude: 2.35
RA: 14h 44m 59.218s Dec: +27°04’27.201″ (Epoch 2000)
Azm: 254°18’37“ Alt: +47°41’08“
Datum: 19.06.2005 Uhrzeit: 1.Messung 01:30 MESZ mit Brennweite=2000mm;

pec_messung_astro5_20050619

Bei dieser Messung wurden die Schnecken der Montierung gegeneinander getauscht.
Allerdings ist die andere Schnecke auch nicht gerade besser. Einen Trost gibt es trotzdem,
denn der Amplitudenverlauf ist wesentlich periodischer, es sind also keine Spitzen drin.
Somit käme eine PEC einwandfrei damit zurecht.
Die verrauschte Kurve kommt durch die schlechte Sicht zum Meßstern zustande, der schon sehr nah am Horizont stand
und dort immer wieder feine Wolken durchzogen.
Der neu ermittelte Peak-to-Peak Wert liegt mit 80″ etwas höher (+/-40″).

Eine Option gab es zu diesen Zeitpunkt. Die Schnecken auf Kugellagerung umbauen. Dabei erhielt ich Unterstützung duch
einen Astrofreund, dem es möglich war die passenden Bohrungen in die „Schneckenhause“ zu bringen.

Messung 5

Messung mit kugelgelagerten Schnecken

Zwischen dem Umbau auf Kugellagerung und der Messung ist einige Zeit vergangen.
In die RA Achse hat sich mittlerweile ein Spiel eingeschlichen. Die Achse muß also nochmal justiert werden.
(Achsmutter festziehen, Schneckengetriebe prüfen und nachstellen)

Dennoch habe ich erneut eine Messung durchgeführt.

pec_messung_astro5_20060319

Die nochmalige Justierung hat geholfen, denn der Peak-to-Peak Wert wurde von vorher +/-50″ auf +/-40″ gedrückt.
Ein durchaus akzeptabler Wert für eine Astro5.
Weiterhin scheint der Einbau von Kugellagern in Sachen Laufruhe ein paar Punkt mehr gebracht zu haben.
Die Modifizierung nach „Astro5-Tuning“ hat wesentlich dazu beigetragen,
daß die Montierung auch bei sehr tiefen Temperaturen extrem leichtläufig ist. Damit habe ich das beste aus der Montierung rausgeholt.

 

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